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iRobot Braava jet m6 im Test: Die Putzfee für Jedermann?

Der iRobot Braava jet M6 Wischroboter überzeugt in vielen Punkten, besitzt aber auch ein paar Schönheitsfehler

Das Wischen der Wohnung ist eine unliebsame Aufgabe. Zum Glück gibt es hier kleine Helferlein, die diesen Part gerne übernehmen. Der iRobot Braava jet m6 ist eine Premium-Putzfee zum stolzen Preis von 699,99€.

Technische Daten: Der iRobot Braava jet m6 im Überblick

Der m6 ist bereits seit knapp einem Jahr auf dem Markt und gilt als der beste auf dem Markt erhältliche Wischroboter. Hybridgeräte, die den Boden saugen und gleichzeitig auch wischen können gibt es viele, doch oftmals ist die Wischfunktion nur ein kleiner Bonus und geht über das Staubwischen nicht hinaus. Der Braava jet m6 konzentriert sich nur auf eine Aufgabe: Wischen, wischen und nochmals wischen. Neben trockenem Staubwischen beherrscht er jedoch dank eines Wassertanks mit Sprühfunktion auch das Nasswischen. Er besitzt hierbei eine eigene Dockingstation zum Aufladen samt Abtropfschutz für den feuchten Lappen.

iRobot Braava jet m6
Maße 27×25,2×9 cm
Gewicht 2,2 kg
Batteriekapazität 1775 mAh
Maximale Laufzeit 90 min
Ladezeit 180 min
Kapazität Wassertank ca. 450 ml

Unboxing: Ausgepackt und ausprobiert

iRobot Braava jet m6 PackungDer Braava jet m6 ist schnell startbereit. Die Ladestation mit dem zugehörigen 1,5 Meter langem Netzkabel verbinden. Überschüssiges Kabel kann hierbei in der Ladestation verstaut werden. Die beiliegende Abtropfschale wird vorne an der Ladestation angebracht. Sie verhindert, dass nach dem Wischvorgang keine Tropfen und Flecken auf dem Boden hinterlassen werden. Um den m6 startklar zu machen, wählt man eines der 5 enthaltenen Wischtücher und schiebt es in die dafür vorgesehene Halterung an der Unterseite. Ersatzwischtücher erhält man im Doppelpack schon für ca. 15,99€. Die Mehrweg-Tücher können entweder per Hand oder in der Waschmaschine gewaschen werden. Über Sinn und Zweck der Einwegtücher lässt sich streiten. Möchte man sich das Auswaschen der Wischtücher ersparen, sind die Einwegtücher wohl eine gute Wahl. Der Wassertank fasst knappe 450 ml Flüssigkeit. Für den Betrieb hat man die Wahl, das Wasser noch um 59 ml der beiliegenden Reinigungslösung zu ergänzen und den Rest des Tanks mit Wasser aufzufüllen, oder ausschließlich Wasser zu verwenden. Das Wasser wird hierbei nicht erhitzt. Die Reinigungsflüssigkeit sorgt für einen angenehmen Duft. Das Reinigungsergebnis verbessert sich dadurch jedoch nur geringfügig. Leider leckt der Tank ein wenig, wodurch sich im Inneren des Wischroboters immer etwas Flüssigkeit befindet. Ob sich dies auf die langfristige Haltbarkeit auswirkt, bleibt abzuwarten.

Der m6 ist hochwertig verarbeitet und besitzt ein modernes Design. An der Oberseite befinden sich 3 Tasten. Mit der HOME-Taste kehrt der Roboter zurück zur Ladestation. Die SPOT-Clean-Taste ist für die Reinigung kleinerer 1 m² Bereiche zuständig. Hier platziert man den Roboter in der Mitte des Raumes und betätigt anschließend die Taste. Mit der CLEAN-Taste startet man einen herkömmlichen Reinigungsvorgang, beendet durch 3 Sekunden langes Drücken die Aufgabe und versetzt ihn wieder in den Ruhezustand.

Außerdem enthält der m6 noch eine Kamera, einen Docking-Sensor zum Rückfahren in die Ladestation, einen RCON-Sensor zum Erkennen der Home Base und eine Auswurftaste für das Reinigungstuch. An der Unterseite befinden sich 2 Ladekontakte, 4 Abgrundsensoren und ein Tuchleser.

Vor dem Start sollte man den Roboter vollständig aufladen. Der Lithium-Ionen-Akku benötigt für eine komplette Ladung ca. 90 Minuten. Der Ladezustand ist hierbei durch einen Lichtring auf der Oberseite erkennbar. Leuchtet der Lichtring solide, ist der m6 voll aufgeladen. Befindet er sich noch während dem Aufladen, pulsiert der Ring.

Lieferumfang

iRobot Braava jet m6 Lieferumfang

  • iRobot Braava jet m6 Wischroboter
  • Ladestation mit Netzkabel
  • 2 Einweg Nasswischtücher
  • 1 Einweg Trockenwischtuch
  • 1 waschbares Nasswischtuch
  • 1 waschbares Trockenwischtuch
  • 118ml iRobot Braava jet Hartböden-Reinigungslösung

Ersatzmaterialien nachkaufen

Wischtücher und Reinigungsmittel sind bei Amazon und ebay erhältlich. 

Reinigen

Bevor der Braava jet m6 seine Runden dreht, wird es laut Bedienungsanleitung empfohlen, die Wohnung zu saugen. Mit 9 Zentimetern Höhe ist er gerade noch niedrig genug, um unter die meisten Möbel zu gelangen. Neben der Kamera und den Sensoren besitzt er auch einen Bumper, der über die Front und die Hälfte beider Seiten verläuft. So reagiert der m6 und stoppt, wenn er auf Hindernisse trifft. Auf Hochfloorteppiche und über Türschwellen fährt er nicht, da der Rammkontakt sehr tief liegt. Im Gegensatz zu einem Saugroboter ist dafür aber auch keine Gefahr durch Festhängen an Stühlen gegeben. In Altbauten mit hohen Schwellen muss man den Roboter jedoch selbst im entsprechenden Raum platzieren und starten.

Um eine virtuelle Karte erstellen zu können, muss der m6 seine ersten Fahrten im Lernmodus absolvieren. Hier fährt er anfangs noch etwas unsanft gegen Türen und Gegenstände. Bei 60 m² Wohnfläche benötigte er 3 Fahrten, um den Lernmodus komplett zu durchlaufen. Anschließend können auf der Karte die einzelnen Räume benannt werden. So kann man dann auch Alexa befehligen, die Küche wischen zu lassen.

An der Vorderseite ist eine Düse angebracht. Durch einen Sprühstrahl bringt der m6 Wasser auf den Boden. Die Sprühmenge ist hierbei in 3 Stufen einstellbar. Außerdem gibt es 3 verschiedene Modi zum Nasswischen. Neben dem Modus für normale Verunreinigungen gibt es die Möglichkeit zum gründlicheren Wischen bei weniger Gesamtfläche sowie einen Modus für leichte Verunreinigungen zur Abdeckung größerer Gesamtflächen.

Beim Wischen fährt der Roboter ein Stück nach vorne, dann wieder etwas zurück und anschließend sprüht er etwas Wasser auf den Boden und fährt mit dem Wischer drüber. Dieses Vorgehen stellt sicher, dass nicht versehentlich Wände oder Gegenstände besprüht werden. Im gründlichen Reinigungsmodus wird das beste Wischergebnis erzielt. Die Reifenspuren sind je nach Lichteinfall nach dem Wischen sichtbar, da der Roboter das Wischtuch vor sich her schiebt und über den frisch gewischten Bereich fährt. Diese Spuren sind aber nur für eine kurze Zeit sichtbar. Durch seine eckige und kompakte Bauweise kommt er gut in Ecken.

Wischtest

Das Einweg-Trockenwischtuch ist elektrostatisch geladen und sammelt zuverlässig Staub und Tierhaare ein. Mit der an der Vorderseite angebrachten Auswurftaste können die Tücher direkt ohne weiteres Anfassen im Müll entsorgt werden. Das Mehrweg-Trockenwischtuch sollte nach jeder Fahrt gereinigt werden, um saubere Ergebnisse erzielen zu können.

Frische Flecken wie verschütteter Saft werden sowohl mit dem Einweg-Nasswischtuch als auch dem Mehrweg-Nasswischtuch beim ersten Wischen komplett entfernt. Für bereits eingetrocknete Flecken ist eine zweite oder auch dritte Fahrt notwendig. Hier empfiehlt sich die Spotreinigung, mit der ein kleiner Bereich intensiver gereinigt wird.

Zum Reinigen dickflüssiger Schmutzflecken wie Ketchup, Zahnpasta oder Joghurt sollte man jedoch lieber selbst tätig werden, da der m6 das Problem hier nicht beseitigt, sondern eher verteilt. Hier fehlt einfach der nötige Druck des Tuches auf den Untergrund, um solche Flecken vernünftig beseitigen zu können. Wie auch bei Saugrobotern wird hier eher bei regelmäßigem Betrieb für eine gute Grundsauberkeit des Untergrunds gesorgt.

Groben Schmutz wie Reiskörner, Blätter oder Zucker schiebt er lediglich vor sich her, da der m6 keine Saugfunktion besitzt. Hier sollte man, wie bereits erwähnt, vorher einen Saugvorgang starten.

Mit Fliesen und Vinylböden hat der Braava jet m6 keinerlei Probleme. Besitzt man einen unversiegelten Parkett- oder Laminatboden, sollte man lieber keinen Wischroboter einsetzen.

Wird der Akku während dem Wischen leer, fährt er selbstständig zurück zur Ladestation und setzt anschließend seine Reinigung fort. Im gründlichen Reinigungsmodus wird eine Fläche von ca. 30 Quadratmetern gereinigt, ehe der m6 wieder Durst nach Wasser hat. Der Standardmodus reicht für ungefähr 50 Quadratmeter und im erweiterten Abdeckungsmodus etwas mehr als 60 Quadratmeter. Er fährt hierbei in einer angenehmen Lautstärke umher. Es ist lediglich das Geräusch des Antriebs und das Sprühen des Wassers hörbar.

Nachts bei kompletter Dunkelheit hat der m6 leider Navigationsprobleme, da nicht ausreichend Beleuchtung vorhanden ist. Der m6 tastet sich durch Kameras voran. Laser-Navigation wie man es von diversen Saugrobotern gewohnt ist, besitzt er leider nicht. Das Reinigen bei Dunkelheit dauert somit länger, da die Kamera und Sensoren die Umgebung nur erschwert wahrnehmen können. Das Wischen dauert dadurch ungefähr doppelt so lange. Wer also vermehrt Nachts wischen lassen möchte, sollte wohl eher zu einem anderen Modell greifen.

Der iRobot Braava jet m6 unterstützt in Kombination mit einem iRobot Roomba Saugroboter auch die „Imprint-Kopplungstechnik“, wodurch man eine Zone erst von einem iRobot-Saugroboter saugen und anschließend vom m6 wischen lassen kann. Saugroboter anderer Hersteller sind leider nicht kombinierbar. Mit einer SmartHome-Zentrale lassen sich aber ähnliche Szenarien auch automatisieren.

Hindernisse umfährt der Roboter gekonnt und auch Stuhlbeine von Schwingstühlen stellen kein Problem dar. Der m6 fährt geschickt in die Zwischenräume und blieb in unserem Test nie hängen.

Die App

Die kostenlos für iOS und Android erhältliche App ist übersichtlich und selbsterklärend. Nach dem Erstellen eines Accounts führt einen ein animierter Roboter durch den Einrichtungsprozess. Hier wird der Braava jet m6 auch mit dem heimischen WLAN-Netz verbunden und das aktuelle Update heruntergeladen. In unserem Test wurde der Roboter auf die Softwareversion 3.6.6 upgedated, welche keine offensichtlichen Probleme bereitete. Das Herunterladen des Updates häng von der eigenen Internetverbindung ab. Die Installation dauert zwischen 5 und 10 Minuten, ehe der iRobot wieder startklar ist.

Die Sprache des Roboters lässt sich in der App auf Deutsch einstellen. Der m6 gibt als akustisches Feedback in der eigenen Landessprache wieder.

Ganz nett ist die Info des Geburtstages des Roboters, welcher dem Tag der Einrichtung in der App entspricht. Ob im Folgejahr eine Geburtstagserinnerung angezeigt wird, ließ sich in unserem Test leider nicht ermitteln. Wir lassen uns in einem Jahr überraschen.

In der iRobot-App kann ein Zeitplan festgelegt werden, wann der Braava jet m6 reinigen soll und welche Räume hierbei gesäubert werden sollen. So kann er zum Beispiel an bestimmten Tagen nur bestimmte Räume reinigen und am Wochenende eine Gesamtreinigung vollziehen. Der Zeitplan kann einmalig oder wöchentlich festgelegt werden. Im Verlauf erkennt man mit den sogenannten „Clean Map“-Berichten, welcher Bereich gewischt wurde, wie lange der Roboter gewischt hat und ob eine Reinigungsaufgabe erfolgreich abgeschlossen wurde.

Der iRobot kann multiple Smart Maps anlegen, um beispielsweise mehrere Stockwerke abzudecken. Dies geschieht mit der intelligenten „Imprint Kartierung“. In den einzelnen Karten können Bereiche in Räume unterteilt werden sowie Schutzbereiche festgelegt werden, die der Roboter nicht befährt. Er unterstützt außerdem auch die iRobot „Dual-Mode Virtual Wall“-Barriere, welche separat erhältlich ist. Leider ist nicht direkt auf der Karte ersichtlich, wo sich der Wischroboter gerade befindet. Den gereinigten Bereich kann man aber problemlos hinterher im Verlauf einsehen.

Eine automatische Wartungskontrolle findet in der iRobot App nicht statt. Statistische Abnutzungen werden also nicht erfasst. Es sind lediglich Empfehlungen zur Pflege und Wartung einsehbar. So sollen die waschbaren Tücher nach 50 Waschzyklen ersetzt werden.

Fremdgesteuert: Alexa, Homekit, IFTTT & co

Die Alexa-Einrichtung geht sehr einfach vonstatten. Den iRobot Home Skill installieren, Nutzerdaten eingeben und schon ist er startbereit und mit seinem Namen aufrufbar. Der Rufname lässt sich in der Alexa-App auch ändern. So kann man ihm zum Beispiel in der iRobot-App einen Namen verpassen, aber über Alexa mit „Starte den Wischroboter“ ein neutrales Naming verwenden. Via Alexa-Aufruf lässt sich der m6 starten, stoppen und pausieren. Man kann ihn zurück zur Ladestation schicken, suchen und auch den aktuellen Status abfragen. Auch eine Zeitplanung und eine gezielte Raumreinigung ist möglich.

Homekit-Unterstützung gibt es von Haus aus leider nicht. Dafür funktioniert IFTTT aber prima. So kann man den m6 zurück zur Ladestation fahren lassen, wenn man nach Hause kommt oder das Wischen pausieren lassen, wenn es an der Haustür oder am Telefon klingelt. In unserem Test klappte das in Verbindung mit einer Ring Doorbell Pro zuverlässig. Auch visuelles Feedback in Verbindung mit Philips Hue Lights ist beim Starten oder Beenden eines Reinigungsvorgangs möglich.

Fazit: Der m6 wischt mit Hybridmodellen den Boden

Ja, auch kombinierte Saug- und Wisch-Hybridroboter können den Boden sauber halten. Alles, was jedoch über reines Staubwischen hinaus geht, bedarf eines Wischroboters mit Wassertank. Solange dieser stets gefüllt ist und ein sauberes Wischtuch am Roboter hängt, kann damit dem Alltagsschmutz den Kampf angesagt werden. Bei gröberen Verunreinigungen muss man aber dennoch selbst tätig werden. Wenn man über einen leicht tropfenden Wassertank und einer längeren Reinigungsdauer bei Dunkelheit hinweg sehen kann, erhält man mit dem m6 den wohl besten derzeit erhältlichen Wischroboter.

Für die stolzen knapp 700€, die iRobot für den Braava jet m6 veranschlagt, kann man eine Reinigungskraft einige Zeit beschäftigen. Möchte man seine Wohnung jedoch vollautomatisiert wischen lassen, führt am m6 wohl kein Weg vorbei. Gerade in Kombination mit einem Saugroboter von iRobot hat man in Sachen Bodenreinigung ein paar Sorgen weniger.

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Pro und Contra des iRobot Braava jet m6

  • Zuverlässige Grundreinigung von einfachen Flecken
  • Wassertank und Sprühstrahl zum Wischen sorgen für bessere Reinigungsergebnisse als herkömmliche Saugroboter mit Wischfunktion
  • Kombinierbar mit einem Roomba Saugroboter
  • Kompakte Bauform
  • Einfache Handhabung
  • Wiederverwendbare Reinigungstücher
  • Leises Arbeiten
  • Quadratische Bauform zur besseren Eckenreinigung
  • Längere Reinigungsdauer bei Dunkelheit
  • Tropfender Wasserbehälter
  • Sichtbare Reifenspuren nach der Reinigung
  • Keine statistische Wartungskontrolle
  • Hoher Anschaffungspreis

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Ralf

Im Jahre 2018 habe ich ein Haus gebaut und versuche, nach und nach smarte Produkte ins Haus zu integrieren. Ich freue mich, Euch die Smart Home Welt näherzubringen und gemeinsam mit Euch zu lernen.

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