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Nuki Combo 2.0 getestet: Endlich ein Alleskönner bei SmartHome Türschlössern?

Das smarte Türschloss unterstützt nun auch Apple Homekit und Bluetooth 5. Wir haben die Nuki Combo 2.0 für euch getestet.

Das Nuki Smart Lock 2.0 ist bereits seit Weihnachten 2018 auf dem Markt. Wird Zeit, sich die Ideallösung für Bestandsschlösser einmal näher anzusehen und ausgiebig zu testen. Die Nuki Combo 2.0 ist zu einem Preis von 299€ erhältlich. Das optional erhältliche Keypad kostet zusätzliche 75€ und der Nuki Fob, welcher uns ein wenig an einen Garagentoröffner erinnert, ist für 39€ erhältlich. Der Nuki Opener für 99€ steuert die vorhandene Gegensprechanlage.

Technische Daten: Eine kurze Übersicht zur Nuki Combo 2.0

Nuki Combo 2.0 mit Nuki Keypad und Nuki FobDie Nuki Combo 2.0 ist ein Set bestehend aus Nuki Smart Lock 2.0 Türschloss und Nuki Bridge. Mit dem Türschloss kann lediglich eine Bluetooth-Direktverbindung zum Smartphone hergestellt werden. Die Nuki Bridge bringt das Ganze dann ins WLAN und in die Cloud. Neben einer Auto-Unlock Funktion können auch Gastzugänge verteilt werden, um Gästen temporären Zugriff zu gewähren. Ein Magnetsensor macht zudem den Öffnungs-Zustand der Tür via App ersichtlich. Die Nuki Combo eignet sich perfekt für Bestandssysteme, da sie ohne großartiges Bohren auf vorhandene Schließzylinder aufgesetzt werden kann. Dazu zählen Europrofilzylinder, Rundprofilzylinder und auch Knaufzylinder. Es sollte sich um einen Doppelzylinder handeln, da das Nuki Türschloss dauerhaft auf einem eingesteckten Schlüssel montiert wird. Die Kompatibilität kann bequem und schnell mit dem Nuki Installationscheck geprüft werden.

Nuki Smart Lock 2.0
Maße 11 x 6 x 6 cm
Gewicht 460g
Stromversorgung 4 AA-Batterien (enthalten) bieten ca. 6 Monate Laufzeit
Kommunikation Bluetooth 5.0
Betriebstemperatur 10° – 40°C
Geschwindigkeit bei 720° Drehung 5,8 Sekunden
Kompatible Türschlösser Europrofilzylinder mit Not- und Gefahrenfunktion
Schweizer Rundprofil mit Prioritätsfunktion
Knaufzylinder
UK Ovalzylinder mit Not- und Gefahrenfunktion
Nuki Bridge
Maße 6 x 6 x 5 cm
Gewicht 120g
Stromversorgung Steckdose
Kommunikation Bluetooth 4.0 und höher
WLAN IEEE802.11 b/g/n (2,4GHz)
Betriebstemperatur 10° – 40°C
API HTTP-REST-API verfügbar
Reichweite Max. 5 Meter Abstand zwischen Nuki Bridge und Nuki Smart Lock. (Verringert sich durch Hindernisse und Wände)

Unboxing: Ausgepackt und ausprobiert

Nuki Combo 2.0 Verpackungsinhalt

Mit im Paket enthalten sind 2 verschiedene Halterungen, die man je nach Schließzylinder-Überstand verwendet. An den Halterungen sind jeweils 3 Madenschrauben zur Befestigung angebracht. Ein passender Inbusschlüssel zum Festziehen der Madenschrauben liegt bei. Zusätzlich kann man die Halterung auch direkt an die Tür kleben.

Das Schloß selbst wird mit 4 hochwertigen Duracell AA-Batterien geliefert, welche je nach Nutzung bis zu 6 Monate halten sollen bei 8-10 Sperrvorgängen pro Tag. Die ersten 2 Monate unseres Tests haben die mitgelieferten Batterien schon einmal überstanden. Nuki selbst empfiehlt auf seiner Website Panasonic Eneloop Batterien, welche gelegentlich auch kostenfrei bei einem Nuki Combo Angebot beiliegen. Zur Beruhigung: Auch mit leeren Batterien kann man die Tür von außen mittels Schlüssel öffnen. Die App informiert einen auch rechtzeitig, wenn die Ladung der Batterien zur Neige geht. Das doppelte Ver- und Entriegeln geschieht in circa sechs Sekunden. Auch das komplette Öffnen der Tür ist möglich, denn das Nuki Smart Lock dreht den Zylinder beim Öffnen bis zum Anschlag. Das Öffnen oder Schließen ist auch einen Raum weiter noch hörbar.

Als weiteres Zubehör ist das Nuki Keypad und der Nuki Fob erhältlich.

Montage: Startbereit in 3 Minuten?

Die Anleitung wirbt, dass das Schloß “innerhalb von 3 Minuten einsatzbereit” sei. Ein wenig länger dauert es dann doch.

Zuerst wählt man einen der beiden beiliegenden Adapterplatten und klebt oder schraubt diese auf den vorhandenen Schließzylinder. Hierbei misst man, wie weit der Schließzylinder aus der Tür heraus steht. Adapterplatte A ist bei 3 – 30 mm die richtige Wahl. Steht der Schließzylinder lediglich 0 – 3 mm heraus, greift man zur Adapterplatte B. Anschließend steckt man einen Schlüssel in den Zylinder und steckt das Nuki Schloß auf, bis es klickt. Nun kann man optional noch den beiliegenden schwarzen Magneten auf Höhe der Unterkante des Nuki Schlosses an den Türrahmen kleben. So bekommt man künftig via App mit, ob die Türe offen oder geschlossen ist. Jetzt wäre das Nuki Schloß nach dem Einlegen der Batterien schon startbereit. Möchte man sich nicht nur via Bluetooth mit dem Schloß verbinden, sollte man die beiliegende Nuki Bridge in 5 Meter Reichweite in eine Steckdose stecken und mit dem Schloß verbinden. Besitzt man einen Homekit Hub, kann man stattdessen auch darauf zurückgreifen. Auch ein altes Android Telefon oder Tablet kann als Hub verwendet werden, denn Nuki stellt hierfür eine Software-Bridge App bereit. Anders als zuerst angekündigt, lässt eine Entwickler-Diskussion verlauten, dass Zigbee nun wohl doch nicht mehr unterstützt wird.

Die App

Die für iOS und Android kostenlos erhältliche Nuki Smart Lock App macht das Smartphone zum Schlüssel. Die Einrichtung ist schnell und einfach. Ein Tutorial erklärt alle nötigen Schritte zur Verbindung mit dem Nuki Smart Lock. Nach einer kurzen Kalibrierung ist das smarte Türschloß dann auch schon startbereit. Sehr erfreulich ist, dass eine gesonderte Registrierung bei Nuki zwar möglich, aber nicht zwingend erforderlich ist.

Die App selbst bietet zahlreiche Funktionen wie Auto Unlock, Lock’n’Go, die Erstellung virtueller Schlüssel für Freunde und Bekannte und dem manuellen Öffnen und Schließen des Schlosses über das Smartphone. Letzteres funktioniert über einfache Wischgesten nach links oder rechts.

Sämtliche Ein- und Ausgänge sind direkt im App-Protokoll ersichtlich. Es ist somit erkennbar, welche Person wann mit welchem Zugang das Haus betreten oder verlassen hat. Auch Fehler mit dem Smart Lock wie ein blockierter Motor werden protokolliert.

Auto Unlock

Die Auto Unlock Funktion sorgt beim zu Hause ankommen dafür, dass sich das Schloß selbst entriegelt. Sehr sinnvoll, wenn man zum Beispiel mit vollen Einkaufstüten zu Hause ankommt. So spart man sich das Heraussuchen des Schlüssels. Die Türe lässt sich dann auch automatisiert einige Sekunden nach dem Auto Unlock wieder verschließen, sofern man dies in der App im Smart Action Center aktiviert.

Lock’n’Go

Diese Funktion ist quasi das Gegenstück zu Auto Unlock. Mit Lock’n’Go sorgt man beim Verlassen des Hauses dafür, dass sich das Schloß selbst verriegelt.

Sowohl Auto Unlock als auch Lock’n’Go funktionieren über Geofencing. Hierzu muss am Smartphone GPS und Wlan aktiviert sein und der Heimat-Standort des Schlosses festgelegt werden. Bewegt man sich aus einem gewissen Radius um diesen Standort heraus oder wieder hinein, werden die Lock’n’Go bzw. “Auto Unlock”-Funktionen aktiv. Damit das Ganze zuverlässig funktioniert, sollte man der App die dauerhafte Standort-Nutzung gewähren und nicht nur bei Verwendung der App.

Anfangs funktionierten beide Funktionen nicht jedes Mal zuverlässig. Der Standort lässt sich in der App jedoch feintunen. In den Experten-Einstellungen kann man die Geofence Größe (Standard: 100 m) bis auf maximal 1000 m anpassen, die Aktivierungszeit der “Auto Unlock”-Funktion anpassen (5 min bis 40 min) und den Geofence via GPS oder Wi-Fi prüfen lassen. Auch Aktionen nach bestimmten Ereignissen wie “Geofence verlassen” und “Smart Lock nicht gefunden” lassen sich bestimmen, um anschließend das Schloß automatisch zusperren oder aufsperren zu lassen.

Smart Notifications

Wer sein Schloß nicht automatisiert öffnen und schließen lassen möchte, bekommt von Nuki in der App die Möglichkeit, Smart Notifications zu aktivieren. So erhält man Benachrichtigungen auf sein Smartphone, wenn man sich in der Nähe des Smart Locks befindet und kann über die Benachrichtigung die Türe schnell öffnen oder schließen lassen.

Einladungen

Im Urlaub dem Nachbarn zum Blumen gießen Zugriff gewähren? Kein Problem. Über den Menüpunkt “Person einladen” kann man gezielt Benutzer freigeben. Der Zugriff kann zeitlich begrenzt und auch wiederkehrend eingestellt werden. Gerade für AirBnB Vermieter ist dieses Feature Gold wert. Man kann den genauen Zeitraum festlegen und spart sich so lästige Schlüsselübergaben. Vorher sollte man in der App jedoch dringend eine PIN-Sperre einrichten, denn sonst können eingeladene Nutzer den Hauptnutzer aus der Liste löschen. Ein Hinweis zur Pin-Vergabe wird direkt in der App eingeblendet.

Shortcuts

Mittels Shortcuts kann man häufig benötigte Aktionen mit Sprachbefehlen ausführen. Auch Siri wird unterstützt.

Kann ich das Nuki Smart Lock auch ohne Smartphone bedienen?

Auch ohne Smartphone kann man das Nuki Smart Lock öffnen und schließen lassen. Das ist entweder über den Button direkt am Schloß möglich oder über zusätzliches Zubehör wie dem Nuki Keypad oder Nuki Fob.

Nuki Keypad

Das 79 Euro teure Keypad ist etwas größer als ein Feuerzeug und verbindet sich via Bluetooth-5-Verbindung direkt mit dem Nuki Smart Lock. Bis zu 99 verschiedene Codes können hinterlegt werden und einzelnen Nutzern zugewiesen werden. Mittels 6-stelligem Code kann man dann das Smart Lock entsperren. Über die App kann man gewisse Codes nur für einen bestimmten Zeitraum gelten lassen. Gerade zum Empfangen großer Pakete, während man selbst abwesend ist oder für AirBnB-Gastgeber kann das eine sehr nützliche Lösung darstellen. AirBnB und Nuki bieten hierfür eine direkte Comfort Check In Lösung über ihre Apps an. Lästige Schlüsselübergaben, verloren gegangene Schlüssel und Anreise-Verzögerung für Gäste durch lästiges Warten auf den Schlüssel gehören so der Vergangenheit an.

Nuki Fob

Der Fob erinnert auf dem ersten Blick an einen Garagentoröffner. Er ist ungefähr so lang wie 2 aneinander gelegte 2-Euro-Stücke und eignet sich perfekt, um von Eltern den kleinen Kindern mitgegeben werden zu können. So können sie die Tür anstelle eines Schlüssels öffnen. Verliert man den Fob, nimmt man ihn einfach in der App aus der Konfiguration heraus. So ist er nicht mehr nutzbar für die Haustüre.

Fremdgesteuert: Alexa, Homekit, IFTTT & co

Alexa, AirBnb, Google Assistant, Homekit, Ring, Doorbird, Homey, Homee, Apple Watch, IFTTT, mediola, iHaus, olisto. Die Liste ist lang und alle der genannten Geräte werden vom Nuki Smart Lock 2.0 unterstützt.

Für Apple Besitzer mit einem HomeKit kompatiblen Gerät ist die Bridge überflüssig, da das Smart Lock direkt mit dem HomeKit-Gerät via Bluetooth 5.0 kommunizieren kann.

Bei allen anderen SmartHome-Lösungen empfiehlt sich die Bridge, da sie das Smart Lock mit dem heimischen WLAN verbindet und so auch ein Fernzugriff möglich wird. Automatisierungen beim Heim kommen mit vollen Einkaufstüten oder dem Hereinlassen der Nachbarn zum Blumengießen, während man selbst im Urlaub weilt sind so problemlos möglich.

In unserem Test konnten wir auch die Verbindung mit einer Ring Türklingel ausprobieren. Jemand klingelt, auf dem Amazon Echo Show erscheint das Bild der Türklingel und mit einem “Alexa, öffne die Haustüre” öffnet sich von Zauberhand die Türe, während man selbst noch auf dem Weg zur Türe ist. Das dies ein hohes Sicherheitsrisiko ist, sollte jedem klar sein. In unserem Test war es mittels Amazon Echo möglich, von Außen die Haustüre zu öffnen. Wir empfehlen daher klar, lieber auf die Sprachsteuerung zu verzichten, da wir dadurch auch keine gewinnbringenden Vorteile sehen. Dies gilt ebenfalls für die Sprachsteuerung via Siri oder Google Home.

Die Verbindung mit einer Apple Watch funktionierte ebenso problemlos und das Smart Lock reagiert schnell. Man kann das Smartphone beim Joggen also bedenkenlos zu Hause lassen und nach seiner Rückkehr ganz einfach mit der Uhr aufsperren.

Homey Nuki AppAuch Smart Home Zentralen wie der Homey werden unterstützt und haben eine installierbare Nuki App, die mit dem Smart Lock kommuniziert.

Nuki redet gerne mit anderen Systemen

Insgesamt verhält sich das Nuki Smart Lock 2.0 sehr erfreulich kommunikativ. Weitere SmartHome-Geräte und -Apps lassen sich meist unkompliziert verbinden und zusammen mit dem Smart Lock nutzen.

Sicherheit

Die Verbindung mit Fremddiensten geschehen immer über eine verschlüsselte Authentifizierung. Passwörter werden niemals im Klartext übermittelt. Mit Lock-Codes, Lock-and-Go und einer Benutzerkontenverwaltung lassen sich so genau für den Nutzer passende Szenarien einstellen und frei konfigurieren. Freigaben lassen sich ganz einfach wieder via App entziehen. So spart man sich das Zurückholen eines Schlüssels. Die Sprachsteuerung stellt ein gewisses Sicherheitsrisiko dar, dessen man sich bewusst sein sollte. Das unabhängige Forschungsinstitut für IT-Sicherheit AV-Test hat kürzlich auch die aktuellen Versionen vom Smart Lock 2.0 getestet und für sicher befunden.

Fazit: Gutes Türschloss für gutes Geld

Nuki Schloss
Nuki Schloss vorne

Unser Test der Nuki Combo 2.0 zeigt: Hier erhält man ein zuverlässiges Türschloss, welches einfach zu montieren ist und Komfort beim Türöffnen ins Haus bringt. Der Antrieb könnte etwas leiser sein und der Preis ist etwas hoch, wenn die Combo nicht gerade im Angebot ist.

Es erleichtert den Alltag, wenn man mit vollen Taschen vom Einkauf kommt und sorgt für zusätzliche Sicherheit, wenn man das Haus verlässt. Auch wenn man im Urlaub ist oder eine Mietwohnung mit häufig wechselnden Gästen besitzt, nimmt einem die Nuki Combo 2.0 das lästige Verteilen von Schlüsseln ab.

Einfach einen temporären Zugang freigeben oder den Zugangscode eines Nuki Keypads verteilen und schon spart man sich einiges an Verwaltungsaufwand.

Möchte man das Smart Lock auch aus der Ferne bedienen, sollte man zur Nuki Combo 2.0 mit enthaltener Bridge greifen oder selbst eine Bridge-Alternative via Android-Smartphone oder Apple HomeKit-Zentrale bereitstellen.

Der Nuki Fob und das Nuki Keypad sind sinnvolle Ergänzungen, wenn man gerade einmal nicht direkt auf das Smartphone zurückgreifen möchte.

Hier kann man die Nuki Combo kaufen

Hier geht es direkt zur Nuki Combo 2.0 bei Amazon.

Pro und Contra der Nuki Combo 2.0

  • Schnelle Montage
  • Schloß von außen noch schließbar
  • Auto-Unlock
  • Viel Zubehör
  • Perfekt für Vermieter mit regelmäßig wechselnden Mietern
  • Lautstärke beim Öffnen und Schließen
  • Bridge zum Fernzugriff notwendig
  • Leider ein Rückzug bei Zigbee-Unterstützung, obwohl zuerst angekündigt

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Ralf

Im Jahre 2018 habe ich ein Haus gebaut und versuche, nach und nach smarte Produkte ins Haus zu integrieren. Ich freue mich, Euch die Smart Home Welt näherzubringen und gemeinsam mit Euch zu lernen.

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